Lasst uns über Schreib-Nebenprojekte reden

Da sowohl meine normalen Instagram-Posts als auch meine Blogposts aufgrund der Schreibwichtel-Aktion momentan ein bisschen leiden müssen, ich aber das gestrige Thema des Bookiestalks sehr interessant fand, dachte ich mir, dass ich ja heute auf meinem Blog ein bisschen über sogenannte „Plot Bunnies„, im weiteren Sinne also über Nebenprojekte beim Schreiben, reden könnte.

Dieser Post wird allerdings nicht allzu umfangreich. Sorry.

Was meine ich mit „Plot Bunnies“ und Schreib-Nebenprojekten?

Zuerst: Ein „Plot Bunny“ ist eine Idee, die sich in den Kopf einer Person schleicht, während diese Person eigentlich gerade an einem anderen Projekt schreibt, und nicht wieder verschwindet, ehe sie nicht aufgeschrieben wurde.

Man stelle sich vor, ihr arbeitet gerade an einer wunderbaren Thriller-Trilogie, aber auf einmal kriegt ihr eine flauschige, niedliche Idee für eine Romanze! Und natürlich muss man diese Idee dann erstmal aufschreiben. Und sie plotten. Und die Charaktere entwerfen. Und das ganze Buch schreiben. Bevor man sein eigentliches Projekt fertig hat.

Man könnte also sagen, dass Plot Bunnies häufig zu Nebenprojekten führen, an denen man halt teilweise arbeitet, wenn man gerade nicht am Hauptprojekt schreibt.

Aber ist das denn was Negatives?

Was halte ich von Plot Bunnies?

Leute. Wenn ich euch sagen müsste, wie oft mich schon neue Ideen befallen haben, während ich eigentlich an was komplett Anderem gearbeitet habe, müsste ich lange zählen.

Genau genommen ist „Molintery Warriors“ auch mal eine Art Plot Bunny gewesen, als ich mit meiner besten Freundin an einem anderen (inzwischen verworfenen) Projekt gewerkelt habe.

Zwar existierte die Grundidee zu „Molintery Warriors“ schon vor der anderen, aber zu der Zeit haben wir uns eigentlich nur auf „DoR“, wie wir es nannten, fokussiert. Und plötzlich dachte ich mir „Hey, da war doch noch diese alte Idee…“

Dementsprechend halte ich Plot Bunnies an sich nicht unbedingt für was Schlechtes.

Aaaaaber…

Pauschal würde ich erstmal jedem angehenden Autor davon abraten, sich zig Nebenprojekte anzuschaffen, wenn derjenige noch nicht einmal ein Buch fertiggestellt und veröffentlicht hat.

Klar, da ist jeder anders. Manche brauchen diese Ausweichmöglichkeiten, wenn ihnen ihr eigentlicher Kram zu viel wird. Und ich kann und will nicht behaupten, dass ich selbst nicht auch etliche Ideen im Kopf rumspuken habe, die danach verlangen, niedergeschrieben zu werden.

Dennoch führt sowas häufig dazu, dass man sein eigentliches Projekt vernachlässigt. Die neuen Ideen sind halt einfach so spannend und aufregend! Da hat man doch keine Lust, sich mit dem alten Kram zu befassen, den man schon seit drei Jahren fertig geplottet hat, oder?

Was ist mein Umgang mit Plot Bunnies und Nebenprojekten?

Ich habe ein Projekt. Molintery Warriors.

Das ist das einzige Projekt, an dem ich gerade aktiv arbeite.

Wie gesagt: Andere Ideen habe ich trotzdem. Viele. Aber die werden schön in ihren Stall gestopft, bis sie rauskommen dürfen, um zu spielen.

Einige dieser Geschichten sind ausgearbeiteter als andere. Manche haben sogar schon ein ganzes Plot-Gerüst. Aber das liegt hauptsächlich daran, dass ich persönlich ein Mensch bin, der immer tagträumen muss. (Vermutlich, um mit der Realität fertig zu werden, haha.)

Und wenn ich ehrlich sein darf, denkt man auf so einer idyllischen Rheinfahrt nicht unbedingt über eine dystopische Geschichte nach, sondern vielleicht lieber über eine malerische, dramatische Fantasystory. Und das ist auch völlig okay so.

Plot Bunnies und Nebenprojekte sind an sich definitiv nichts Schlechtes oder etwas, das man unbedingt mit Mistgabeln jagen muss, um es zu vertreiben. Nö. Aber passt auf, dass ihr euch nicht zu sehr von ihnen einnehmen lasst.

Falls ihr dazu tendiert, euch in sowas zu verlieren und dann mit nichts fertig zu werden, dann achtet penibel darauf, dass ihr immer nur flott die Ideen aufschreibt, die euch in den Kopf gehoppelt kommen, und sie dann wieder aussperrt. Irgendwann dürft ihr euch ja mit ihnen beschäftigen, keine Sorge.

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